Diagnostik und Förderplanung

 

Wie erkennen wir, welche Faktoren für die Lernstörung verantwortlich sind?

 

Lern- und /oder Verhaltensprobleme sind nicht immer eindeutig auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Meist sind an ihrer Entstehung und an ihrem Fortbestehen mehrere Faktoren beteiligt.

 

Deshalb steht zu Beginn einer Förderung oder Beratung in der Wahrnehmungsschule eine Förderdiagnostik. Diese beinhaltet:

 

  • ein Screening des neuromotorischen Entwicklungsstandes, der visuellen und verbal-auditiven Verarbeitung und etwaiger funktioneller Beeinträchtigungen
  • schulleistungsbezogene, standardisierte Tests zur Ermittlung des tatsächlichen Lernstandes
  • eine Analyse des Lern- und Arbeitsverhalten (Anstrengungsbereitschaft, Ausdauer, Leistungsmotivation, Konzentration, Problemlöseverhalten, Arbeitstempo...) und der individuellen Stärken und Ressourcen
  • eine Analyse möglicher emotionaler, systemischer Zusammenhänge (inkl. bereits entstandener Blockaden im Zusammenhang mit dem Lernen / der Schule)
  • eine umfassende Anamneseerhebung, um noch darüber hinausgehende Zusammenhänge eruieren zu können

 

Nach der eigentlichen 3-stündigen Förderdiagnostik wird das Ergebnis in einem Bericht zusammengefasst, mit den Eltern / Erziehungsberechtigten ausführlich nachbesprochen und die weitere Vorgehensweise geplant.  

 

Eine ständige Verlaufsdiagnostik (Beobachtungen in den Förderstunden, Gespräche mit den Eltern, Lehrern) ermöglicht es, die dargestellten und beobachteten Symptome im Gesamtsystem zu verstehen, weitere Ressourcen, aber auch Fortschritte zu erkennen und die Förderinhalte individuell anzupassen.

 

Mit den Tests in der WnS können nicht alle Faktoren, die an einer Lernstörung beteiligt sein können, vollständig diagnostiziert werden. Das Ergebnis ist jedoch ein ’roter’ Faden, mit dessen Hilfe differentialdiagnostische und weiterführende Tests von anderen Fachkräften, Ärzten, Institutionen etc. sinnvoll und zielgerichtet geplant werden können.